Aber der Wandel ist möglich, wenn Haltung, Fähigkeiten und Rahmenbedingungen sich gezielt verändern
von Gerald Unger
Vom Kontrollieren zum Befähigen, vom Verwalten zum Gestalten
Genau daran mangelt es aktuell häufig. Alles wird ins kleinste Detail geregelt, schöne Hochglanzbroschüren spiegeln wie es sein könnte, sind allerdings nicht mal das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind. Die tägliche Realität steht im Widerspruch zu den in schönen Broschüren geschriebenen Worten.
Es fehlt am Elementarsten, an Vertrauen. Alles wird verwaltet, grundsätzlich positive Managementtools laufen, Ergebnisse kommen, allein es fehlt am Verständnis diese Ergebnisse richtig zu interpretieren und vor allem, zu entscheiden.
Micromanagement basiert häufig auf Angst und fehlender Fehlerkultur – ich muss alles unter Kontrolle haben. Genau daran scheitern die meisten „Vor-Gesetzten“, die Führungspositionen bekleiden.
Sie erkennen, so wie es ist kann es nicht weiter gehen. Sie wollen wachsen, sich entwickeln? Sie wollen sich mittelfristig zu einem positiven Leader entwickeln? Dann sind hier die wichtigsten Schritte für Sie.
Bewusstsein schaffen: Führung ersetzt Kontrolle
Micromanagement entsteht oft aus guten Motiven, wie Verantwortung tragen, alle Optionen sorgfältig abzuwägen, wirkt aber gegenteilig und entwickelt sich gern zum Bremsklotz.
Und genau daran scheitern aktuell viele Unternehmen. Alles kontrollieren, abstimmen, evaluieren, ewige Schleifen und am Ende verlieren diese Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit.
Erkenntnis: Die Aufgabe einer Führungskraft ist nicht, alles richtig zu machen, sondern andere erfolgreich zu machen. Zu fragen: „Wo liegen die Stärken jedes Mitarbeiters?“, ersetzt die Suche nach Schwächen.
Und das macht den Unterschied. Sie erklären ständig welche Fehler gemacht werden, dann wundern Sie sich bloß nicht, wenn Mitarbeiter nur noch Dienst nach Vorschrift machen und innerlich kündigen. Wenn Sie jemandem ständig spiegeln nichts auf die Reihe zu bringen, werden ihre Mitarbeiter nichts mehr tun.
Fragen zur Selbstreflexion:
- Greife ich ein, weil es nötig ist? Oder weil ich glaube, ich weiß es besser?
- Würde das Ergebnis auch ohne mich funktionieren?
Vertrauen systematisch aufbauen, denn Vertrauen ersetzt die Suche nach Schuldigen
Leadership beginnt mit Vorschussvertrauen, nicht mit Beweislast. Genau dieses Umfeld benötigen Menschen um sich zu entwickeln, zu wachsen, sich „selbst etwas zutrauen“. Alles andere sind Lippenbekenntnisse, die zu beiderseitigem Frust führen.
Wie es anders geht? Menschen fördern und fordern, mit Aufgaben betrauen wo sie wachsen können ersetzt das Mindset – das kann er/sie nicht.
Praktiken, die zum Erfolg führen:
- Klare Erwartungen definieren (Ziel, Rahmen, Deadline)
- Weg und Methode bewusst dem Team überlassen
- Fehler als Lernchance behandeln, nicht als Kontrollversagen
Vertrauen ist kein Gefühl, sondern eine Haltung, eine Entscheidung mit Struktur.
Von Aufgaben die zu Ergebnissen führen – Sinn vermitteln ersetzt Hierarchisches Gehabe
Micromanager führen To-do-Listen, Leader führen Resultate. Statt: „Mach es so und so.“, ist besser: „Das Ziel ist X. Woran merken Sie, dass es gut gelöst ist, was ist dann anders?“
Intelligente Fragen befähigen und unterstützen bei der Lösungsfindung Ein Leader denkt laut mit, statt vorzugeben. Typische Führungsfragen:
- „Was ist dein Vorschlag?“
- „Welche Optionen siehst du?“
- „Was brauchst du von mir, um weiterzukommen?“
Mit jeder Antwort, die Sie geben, nehmen Sie jemandem die Chance zu wachsen, sich zu entwickeln. Ihre persönliche Meinung, ihr Ergebnis kann für alle um Sie herum kontraproduktiv sein.
Mit Aufgaben betrauen ersetzt alles selbst entscheiden und kontrollieren. Selbstverantwortung ist das Zauberwort
Delegation heißt nicht: „Mach das mal.“ Sondern: Das Ziel ist X – Delegieren Sie Verantwortung + Entscheidungsbefugnisse. Und führen Sie Feedback ein. Gute Delegation klärt:
- Was ist das Ziel?
- Wie viel Entscheidungsfreiheit gibt es?
- Wann gibt es Check-ins?
Eigene Rolle neu definieren – Führungspersönlichkeiten ersetzen „Fachexperten und Vor – Gesetzte“
Der größte innere Shift vom Micromanager: „Ich bin der/die Beste im Detail.“ Dann sind Sie Fachexperte, jedoch noch lange keine Führungspersönlichkeit. Sie agieren wie ein „Fach-Vor-Gesetzter“ und niemand im Team übernimmt Verantwortung.
hin zum Leader: „Ich baue ein System, das ohne mich funktioniert.“ Genau darauf kommt es an. Wenn ihr System nur funktioniert, wenn Sie aktiv, operativ mitarbeiten haben Sie so ziemlich alles falsch gemacht.
Fokus auf:
- Menschen entwickeln
- Prioritäten setzen
- Hindernisse entfernen
- Richtung geben
Feedback einholen: auch unbequemes Feedback ist die Basis für Wachstum und Entwicklung
Ohne Spiegel kein Wachstum. Feedback ist nicht immer angenehm. Mit konstruktivem Feedback positiv umgehen, aktiv zuhören, nachfragen – was genau ist gemeint – bietet enorme Entwicklungschancen.
Möglichkeiten:
- 360°-Feedback
- Anonyme Team-Umfragen
- 1:1 mit ehrlicher Frage: „Wo bremse ich euch, statt zu helfen?“
Merksatz: Micromanagement ist Angst, als Sorgfalt getarnt – und das beherrschen viele „Vor-Gesetzte“ perfekt. Leadership dagegen ist Vertrauen, Haltung mit Klarheit kombiniert.
Erkennen Sie den Unterschied? Und genau darin liegen die größten Chancen. Schenken Sie Ihren Mitarbeitern Vertrauen, befähigen Sie diese sich angstfrei zu entwickeln, zu wachsen und Sie werden überrascht sein, welche Potentiale in Ihren Mitarbeitern stecken.
Triff Gerald hier: https://www.geraldunger.com/